Abtswind aktuell – Ausgabe 2 in 2025
Der SSV Jahn Regensburg II (U21) gastiert am Samstag um 14 Uhr in der Kräuter Mix Arena.
Vorschau auf den nächsten Spieltag

In Abtswind aktuell, dem Fußballmagazin des TSV Abtswind, gibt es Berichte, Fotos und Interna aus dem Kräuterort – von den vier Herrenteams bis zu den Junioren. Außerdem findet der Leser Spielanalysen, Stimmen von Trainern, Hintergrundstorys, Randgeschichten sowie zahlreiche Bilder.
So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Webpaper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!
Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.
Wer im Fußballmagazin Abtswind aktuell werben möchte, findet weitere Informationen hier.
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2:2 in Würzburg: Erster Punktgewinn 2025 nach verrücktem Derby
Enzmann und Ursu treffen, zwei Verletzungen in Halbzeit Eins
Würzburger FV – TSV Abtswind 2:2 (1:1)

Wieder geben die Kicker des TSV Abtswind eine Führung aus der Hand. Nach mehreren Nackenschlägen in der ersten Halbzeit des Lokalduells gegen den Würzburger FV zeigen die Mannen von Thorsten Götzelmann aber große Moral und führten zwischenzeitlich nach Treffern von Vladislav Ursu (31.) und Jonas Enzmann (48.) 2:1. Nach Steffen Krautschneiders Ausgleich hielt TSV-Schlussmann Felix Reusch in den Schlussminuten den Punkt fest.
Krautschneider schockt die Gäste
Nach den beiden Niederlagen gegen Kornburg und Gebenbach nahm Thorsten Götzelmann seine junge Mannschaft in Schutz und sparte nicht mit Eigenkritik. Vor dem Derby gegen die ebenfalls nicht mit breiter Brust ausgestatteten Würzburger – der WFV ist seit neun Liga-Partien ohne Sieg – musste das Trainergespann aber die Startelf umkrempeln. Felix Lehrmann fehlte nach seiner Verletzung aus der Vorwoche, dafür rückte Hannes Bauer hinten rechts in die Viererkette. Auf der Sechs startete der in den Kader zurückgekehrte Niklas Henninger. Außerdem begannen Egor Zelenskiy und Vladislav Ursu für Luca Forster und Jonas Enzmann.
Die Partie war noch keine fünf Minuten alt, da mussten die auf drei Positionen veränderten Grün-Weißen einen ersten Nackenschlag verkraften. Steffen Krautschneider setzte einen Freistoß aus rund zwanzig Metern zwar erst in die Mauer, drosch den Nachschuss per Direktabnahme aber sehenswert ins lange Eck – 1:0 aus Sicht der Hausherren (5.).
Vier Wechsel in den ersten 45 Minuten
Beiden Mannschaften war der Stellenwert des Derbys anzumerken. Keiner ging ins Risiko, statt fußballerischen Akzenten standen Kampf und lange Bälle auf der Tagesordnung. So neutralisierte sich das Geschehen weitestgehend. Den ersten Abschluss des TSV setzte Ursu rechts vorbei (10.). Nachdem Matthias Wächter nach einem starken Solo über den linken Flügel keinen Abnehmer im Zentrum fand (15.), war das Spiel wenig später für den Offensivakteur verletzungsbedingt beendet (20.). Auch für Bauer war vorzeitig Schluss (43.).
Gleiches galt auf Seiten der Zellerauer für Julian Wild (16.) und Darius Held (32.). Letzterer verletzte sich ohne Gegnereinwirkung. Der für Wächter in die Partie gekommene Enzmann reagierte gedankenschnell und gab die Kugel ins Zentrum, wo Ursu freistehend vollstreckte (31.) – der nicht unverdiente Ausgleich, weil der frühere Würzburger in Reihen der Steigerwälder Nils Kuß zuvor nach einem ruhenden Ball unbedrängt nur gegen das Außennetz köpfte (30.).
Enzmann jubelt erst – und kann dann vorzeitig zum Duschen
Bis zur Pause verflachte die Begegnung, aber nach Wiederanpfiff war Jayson Tuda hellwach, als dem Ex-Abtswinder Niclas Staudt ein folgenschwerer Fehler unterlief. Balleroberung und ein Pass in die Mitte, wo der freie Enzmann ohne Probleme versenkte – die Götzelmann-Elf hatte die Partie gedreht (48.). Allerdings verschaffte der Vorsprung dem Spiel der Gäste wenig Sicherheit. Ein Zuspiel auf Enzmann wurde im letzten Moment geblockt (58.), ansonsten war der TSV offensiv abgemeldet.
Dann blitzte erneut Krautschneiders Klasse auf. Der Unterschiedsspieler der Blauen setzte die Kugel vom linken Strafraumeck traumhaft ins lange Eck (68.). Die Abtswinder Ausgangslage verschlechterte sich durch Enzmanns Platzverweis weiter. Der Angreifer stoppte einen Konter ohne Aussicht auf eine Balleroberung – dennoch eine harte Entscheidung (79.).
Den Rückschlägen getrotzt
Mit einem Mann mehr drückten die Hausherren den TSV in die Defensive. Aber auf Schlussmann Felix Reusch war Verlass. Die Nummer Eins parierte mehrmals stark (84., 87.), darunter in der allerletzten Aktion des Spiels mit einer Glanztat auf der Linie (90.+7). Die letzten Zeigerumdrehungen mussten die Abtswinder gar in doppelter Unterzahl bestehen. Felix Schmitt sah die Ampelkarte (90.+5).
Thorsten Götzelmann lobte nach Spielende vor allem den Kampfgeist und die Moral seiner Jungs: „Wir geraten gefühlt in der ersten Minute in Rückstand. Den Nackenschlag musst du erst einmal wegstecken. Die Rote Karte war der nächste Nackenschlag. Die Jungs haben auf der allerletzten Rille das 2:2 verteidigt.“ Mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone geht der Vorjahresvierte als Tabellenzwölfter in das Heimspiel gegen Jahn Regensburg 2 am kommenden Samstag in der Kräuter Mix-Arena.
Lukas Hörlin

1:2 gegen Gebenbach: Abtswind gibt Führung und Spiel aus der Hand
Jonas Enzmann trifft, aber Dominik Haller dreht die Partie
TSV Abtswind – DJK Gebenbach 1:2 (1:1)

Die Abtswinder Fußballer haben auch ihr zweites Ligaspiel im Kalenderjahr 2025 verloren. Nach sehr gutem Start und der verdienten 1:0-Führung durch Jonas Enzmann (19.) unterlagen die Grün-Weißen der DJK Gebenbach mit 1:2 (1:1). Schon vor dem Seitenwechsel hatte Dominik Haller ausgeglichen (39.) und der Kapitän der Gäste sorgte mit der einzigen wirklichen Torgelegenheit im zweiten Durchgang auch für den Erfolg der Gäste (73.).
Thorsten Götzelmann hatte sich über die Niederlage in Kornburg geärgert. Mehr gewollt hatten es die Gastgeber und fuhren einen letztlich deutlichen 3:0-Sieg ein. Eine Reaktion erhoffte sich der Übungsleiter im Heimspiel gegen die DJK Gebenbach. Auf zwei Positionen veränderte er seine Startelf im Vergleich zum Auftaktspiel. Der vergangene Woche noch gesperrte Felix Lehrmann kehrte zurück. Auch Winter-Neuzugang Nils Kuß startete. Für das Duo wichen Franz Arens und Mohammed Ali Kapukiran.
Jonas Enzmann belohnt gute Abtswinder Anfangsphase
Von Beginn an zeigten sich die Hausherren engagiert und hatten schon in der Anfangsviertelstunde gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Unter anderem landete Matthias Wächters Hereingabe auf der Latte (14.). Nach 19 Minuten belohnten sich die überlegenen Gastgeber dann aber. Nach einem Eckball Felix Lehrmann zog Nils Kuß aus 16 Metern ab und Jonas Enzmann beförderte das Leder an Lukas Völlger vorbei ins Netz. Die verdiente Führung für die Hausherren.
Dominik Haller bestraft Nachlässigkeiten des TSV
Auch in der Folge hatten die Grün-Weißen die zwingenderen Aktionen. Matthias Wächter prüfte Lukas Völlger (27.). Allerdings arbeiteten sich die Gäste in die Partie, während die Abtswinder, auch aufgrund der Auswechslung Felix Lehrmanns (29.), ihren spielerischen Faden verloren. Das bestrafte Dominik Haller in der Schlussphase der ersten Halbzeit und egalisierte für die Gebenbacher. „Der Ausgleich fällt, nachdem wir der Meinung waren, es lag ein Foul vor, und diskutieren“, ärgerte sich Thorsten Götzelmann über den fehlenden Fokus seiner Hintermannschaft.
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gastgeber bemüht, die Partie wieder auf ihre Seite zu ziehen. Wirkliche Gefahr strahlten sie in ihren Aktionen aber nicht aus. Adrian Dußlers Freistoß aus 19 Metern flog drüber (53.). Ansonsten hatte Gebenbachs Schlussmann Lukas Völlger eine ruhige zweite Halbzeit. Ähnlich erging es auch seinem Gegenüber Felix Reusch. Allerdings musste der mit Beginn der Schlussviertelstunde entscheidend hinter sich greifen. Nach feiner Kombination kam Dominik Haller am Strafraum frei zum Schuss und versenkte platziert im linken Eck (77.). Völlig frei sei der Gebenbacher gewesen, monierte Thorsten Götzelmann.
Thorsten Götzelmann ärgert sich
Trotz frischer offensiver Kräfte fehlte es den Hausherren an Durchschlagskraft, um die DJK-Defensive nochmals ernsthaft in Gefahr zu bringen. Aus Sicht des Trainers wählten seine Kicker zudem die falschen Mittel, um zum Erfolg zu kommen, was der Coach aber auf seine Kappe nahm: „In Kornburg haben wir es mit Kurzpassspiel versucht, wollten Fußball spielen, was auf dem dortigen Naturrasen der falsche Ansatz war. Auf Kunstrasen wäre es nun der richtige gewesen. Allerdings haben wir unter der Woche, auch weil wir dachten, auf Rasen zu spielen, auf Rasen lange Bälle trainiert. Das haben wir heute leider viel zu häufig gemacht.“ Auch deshalb war die Niederlage für den Übungsleiter „schwer zu verdauen“.
Mit der zweiten Pleite nach der Winterpause rutschen die Abtswinder auf den elften Tabellenplatz, haben aber weiterhin sieben Punkte Vorsprung auf die unteren Relegationsplätze. Am kommenden Samstag gastieren die Grün-Weißen beim Unterfranken-Rivalen Würzburger FV. Anpfiff in der Mainaustraße ist um 15:00 Uhr.
Alexander Rausch
Das Spiel in der Statistik
TSV Abtswind: Reusch – Forster (75. Kapukiran), Bauer, Hillenbrand, Groß, Kuß, Wächter, Dußler, Lehrmann (29. Arens), Tuda (79. Cosar), Enzmann (67. Schmitt).
DJK Gebenbach: Völlger – Golla, Vogl, Hofmann, Scherm, Haller (84. Fischer), Boynügrioglu, Kipry (76. Schwindl), Ayvaz, Amidou (46. Kohler), Owusu (87. Avci).
Tore: 1:0 Enzmann (20.), 1:1 Haller (39.), 1:2 Haller (73.).
Gelbe Karten: Forster (56.), Enzmann (63.) / Amidou (15.), Schem (36.), Owusu (41.).
Zuschauer: 150.
Schiedsrichter: Dadder (Speichersdorf).

Vladislav Ursu ist in Abtswind angekommen
Deutlich mehr Spielzeit als im Vorjahr auf ungewohnter Position
Erneute Berufung zur moldawischen Nationalmannschaft

Am Freitagabend starteten die Abtswinder Fußballer in Kornburg in die restliche Runde. Überraschend nicht im Kader war Vladislav Ursu. Doch das hatte einen besonderen Grund: Der gebürtige Moldawier wurde zur Nationalmannschaft berufen. Schon als er noch für die Würzburger Kickers am Ball war, kickte er für die Auswahl seines Heimatlandes. Am Samstag möchte er nun in Grün-Weiß wieder angreifen.
Vladislav Ursu ist stolz. Der 20-Jährige ist nicht nur für den TSV Abtswind am Ball, sondern auch für Moldawien. Für den Offensivspieler ist es eine „sehr große Ehre und ein absoluter Traum“ für das Land zu spielen, aus dem er mit zwölf Jahren nach Deutschland kam. Schon damals gab es für den Nachwuchskicker nur ein Ziel: „Ich wollte schon immer Fußballprofi werden.“ Im Kindergartenalter begann er in seiner Heimatstadt Chisinau beim FC Zimbru mit dem Fußball spielen.
Mit zwölf Jahren nach Deutschland gekommen
Im Winter 2014 entschieden seine Eltern dann, nach Deutschland zu emigrieren, erhofften sich hier ein besseres Leben. Für den jungen Vladislav stand es außer Frage, sich frühzeitig um einen neuen Verein zu kümmern. Durch Zufall entstand dann der Kontakt zu den Würzburger Kickers. „Ich hatte versehentlich die Nummer eines Freundes gewählt, der kurz zuvor mit seiner Familie ausgewandert war. Unsere Eltern sind ins Gespräch gekommen und wenig später hatte ich die Zusage für ein Probetraining“, erinnert er sich. Andreas Süßmeier, damals Coach der U12, lud ihn ein und Vladislav überzeugte prompt.
„Wir sind im Dezember 2014 extra nach Deutschland gefahren. Eigentlich sollte ich dreimal mittrainieren, aber zwei Einheiten sind witterungsbedingt ausgefallen. Doch ich konnte meine Chance nutzen“, bekam Vladislav Ursu die Zusage für die Saison 2015/16 in der U12 der Rothosen. Im Juni 2015 wagte die Familie dann den Schritt nach Deutschland, wohnte erst in Kitzingen, ehe sie drei Monate später an den Würzburger Heuchelhof zog.
Vladislav Ursu versteht kaum ein Wort
Eine schwere Zeit für den damals Zwölfjährigen. Schließlich sprach er kaum Englisch und noch weniger Deutsch. Die Sprache war für ihn eine große Barriere. Erst die Versetzung von der Übungsklasse in eine normale Klasse verbesserte seine Kommunikationsfähigkeit deutlich. „Ich habe fast mit niemandem gesprochen. Egor hat mir sehr viel geholfen“, blickt er zurück. Gemeint ist Egor Zelenskiy, der heute wie damals zusammen mit Vladislav Ursu zusammenspielt und einer seiner besten Freunde ist.
Seine sportliche Heimat wird der Würzburger Dallenberg
Am Dallenberg hatte der Moldawier seine sportliche Heimat gefunden. Er spielte in der U14-Förderliga gegen alle Nachwuchsteams der bayerischen Bundesligisten. In der U15 feierte er die bayerische Meisterschaft. Doch der Weg dahin war kein leichter. „Ich habe zu Beginn meine Mitspieler kaum verstanden, auch die Anweisungen nicht. Es gab immer wieder Missverständnisse. Das wurde aber mit der Zeit besser“, erzählt er. Besonders dankbar ist er seinem ersten Trainer, Carsten Breunig, der ihn immer wieder zur Seite nahm, ihm sehr viel erklärte und sehr viel Geduld bewies.
Auch dessen Nachfolger Johannes Väth, Hans-Jürgen Heidenreich und Dominik Lang setzten auf ihn. Vladislav Ursu durchlief bis zum ersten U19-Jahr alle NLZ-Teams der Rothosen. Doch seine Eltern entschieden sich, nach Moldawien zurückzukehren. Eine herbe Enttäuschung für den 17-Jährigen, der daraufhin bei seinem Jugendverein mittrainierte, aber nach einem neuen Verein suchte. Nach etlichen Probetrainings wurde er in Italien fündig. Zum Einsatz kam er aber aufgrund von Passproblemen nicht. Eine schwierige Zeit für den Offensivspieler.
Tor gegen Regensburg als Gamechanger
Nach einem halben Jahr kehrte er dann zurück nach Deutschland und in den Nachwuchs der Würzburger Kickers, nachdem sein Vater die im Sommer getroffene Entscheidung revidiert hatte. Allerdings war das Transferfenster bereits verstrichen und Vladislav Ursu durfte nur mittrainieren. Aber auch unter Dominik Langs Nachfolger Salvatore D’Andrea spielte er kaum und kam nur selten zum Einsatz. Erst die Partie gegen Jahn Regensburg Anfang Oktober wendete das Blatt zum Guten. „Es stand 0:0, als ich in der 73. Minute eingewechselt wurde. Kurz vor Schluss habe ich zum 1:0 getroffen und wir das Spiel gewonnen. Das hat vieles zum Positiven verändert“, erinnert sich der Würzburger noch genau an die Partie.
Fortan gehörte er zum Stammpersonal der Mannschaft, durfte bei den Profis der Rothosen mittrainieren und gehörte mehrmals zum Regionalliga-Kader. Zudem wurde er erstmals offiziell für die U21 seines Heimatlandes nominiert. „Damals war ich eine Woche in Moldawien und wir haben in Baku ein Freundschaftsspiel gegen Aserbaidschan bestritten. Das war unglaublich, das Trikot meines Landes überzustreifen“, blickt er zurück.
Claudiu Bozesan holt Vladislav Ursu nach Abtswind
Alles schien wie am Schnürchen zu laufen. Doch der Fußball war nicht immer mit dessen schulischen Pflichten vereinbar, weil die Trainingseinheiten der Profis meist vormittags stattfanden. Zeitweise fanden Schule und Verein eine Lösung, aber nicht für die ganze Saison. So trainierte er die letzten Saisonwochen nur noch mit der U19 und bekam von den Würzburger Kickers kein Vertragsangebot. „Das hat mich sehr getroffen“, war der Moldawier sehr enttäuscht ob der Entwicklungen am Dallenberg.
Diese öffneten jedoch die Türe für den TSV Abtswind. Schon im Frühjahr hatte Claudiu Bozesan Kontakt aufgenommen, sich zunächst aber eine Absage eingehandelt. „Ich bin froh, dass er mir trotz des späten Zeitpunkts noch eine Chance gegeben hat. Ich habe dann gleich im ersten Training überzeugt. Das hat sehr gut getan. Ich habe Vertrauen gespürt“, so Vladislav Ursu, der dann im Sommer 2023 ins Kräuterdorf wechselte. Dort kam er in seiner ersten Spielzeit aber nur 21 Mal zum Einsatz, 16 Mal in der Bayernliga-Mannschaft, fünfmal in der Reserve.
Hohe Erwartungen mit Verzögerung erfüllt
„Meine Erwartungen waren sehr hoch. Aber Herrenfußball ist anders als Juniorenfußball. Ich musste mich erst an das Niveau gewöhnen“, ist der 20-Jährige ehrlich. Vor allem musste er seinen Spielstil anpassen und vor allem zweikampfbetonter spielen. Auch hatte und hat er auf seiner Position starke Mitspieler. „Die Jungs bringen immer Leistung. Da musste ich mich hinten anstellen. Das war nicht immer leicht. Es ging mir auch nicht immer gut damit, dass ich so wenig gespielt habe“, haderte Vladislav Ursu.
Aber Aufgeben kam für den Würzburger nicht in Frage – und das zahlt sich in dieser Saison aus. Zwar hat sich die Konkurrenzsituation nicht verändert, doch er spielt deutlich mehr als in der vergangenen Spielzeit. Meist in vorderster Front. 13 Mal kam Vladislav Ursu zum Einsatz, im letzten Spiel vor der Winterpause gegen den ASV Neumarkt erstmals über 90 Minuten, und erzielte dabei einen Treffer. „Ich spiele dort, wo der Trainer mich aufstellt. Ich gebe immer mein Bestes und ich weiß, was ich kann. Die Mannschaft kann sich immer auf mich verlassen“, gibt er sich selbstbewusst. Daher sei er auch mit einem guten Gefühl in die Winterpause gegangen.
„Es macht richtig Bock mit den Jungs“
Nach guter Vorbereitung und der Zeit bei der Nationalmannschaft möchte er nun auch in der Bayernliga wieder angreifen. „Im Fußball gibt es immer Höhen und Tiefen. Aber vor allem aus Fehlern lernt man. Wir haben uns in den vergangenen Wochen nochmals weiterentwickelt. Das möchten wir jetzt auch auf dem Platz zeigen. Ich kann es kaum erwarten. Es macht richtig Bock mit den Jungs“, sprüht Vladislav Ursu nur so vor Tatendrang. Denn sein Ziel ist es, möglichst weit oben zu landen, um Zuschauer und Fans stolz zu machen.
Alexander Rausch

Der SSV Jahn Regensburg II (U21) gastiert am Samstag um 14 Uhr in der Kräuter Mix Arena.
Vorschau auf den nächsten Spieltag

In Abtswind aktuell, dem Fußballmagazin des TSV Abtswind, gibt es Berichte, Fotos und Interna aus dem Kräuterort – von den vier Herrenteams bis zu den Junioren. Außerdem findet der Leser Spielanalysen, Stimmen von Trainern, Hintergrundstorys, Randgeschichten sowie zahlreiche Bilder.
So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Webpaper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!
Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.
Wer im Fußballmagazin Abtswind aktuell werben möchte, findet weitere Informationen hier.
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Enzmann und Ursu treffen, zwei Verletzungen in Halbzeit Eins
Würzburger FV – TSV Abtswind 2:2 (1:1)

Wieder geben die Kicker des TSV Abtswind eine Führung aus der Hand. Nach mehreren Nackenschlägen in der ersten Halbzeit des Lokalduells gegen den Würzburger FV zeigen die Mannen von Thorsten Götzelmann aber große Moral und führten zwischenzeitlich nach Treffern von Vladislav Ursu (31.) und Jonas Enzmann (48.) 2:1. Nach Steffen Krautschneiders Ausgleich hielt TSV-Schlussmann Felix Reusch in den Schlussminuten den Punkt fest.
Krautschneider schockt die Gäste
Nach den beiden Niederlagen gegen Kornburg und Gebenbach nahm Thorsten Götzelmann seine junge Mannschaft in Schutz und sparte nicht mit Eigenkritik. Vor dem Derby gegen die ebenfalls nicht mit breiter Brust ausgestatteten Würzburger – der WFV ist seit neun Liga-Partien ohne Sieg – musste das Trainergespann aber die Startelf umkrempeln. Felix Lehrmann fehlte nach seiner Verletzung aus der Vorwoche, dafür rückte Hannes Bauer hinten rechts in die Viererkette. Auf der Sechs startete der in den Kader zurückgekehrte Niklas Henninger. Außerdem begannen Egor Zelenskiy und Vladislav Ursu für Luca Forster und Jonas Enzmann.
Die Partie war noch keine fünf Minuten alt, da mussten die auf drei Positionen veränderten Grün-Weißen einen ersten Nackenschlag verkraften. Steffen Krautschneider setzte einen Freistoß aus rund zwanzig Metern zwar erst in die Mauer, drosch den Nachschuss per Direktabnahme aber sehenswert ins lange Eck – 1:0 aus Sicht der Hausherren (5.).
Vier Wechsel in den ersten 45 Minuten
Beiden Mannschaften war der Stellenwert des Derbys anzumerken. Keiner ging ins Risiko, statt fußballerischen Akzenten standen Kampf und lange Bälle auf der Tagesordnung. So neutralisierte sich das Geschehen weitestgehend. Den ersten Abschluss des TSV setzte Ursu rechts vorbei (10.). Nachdem Matthias Wächter nach einem starken Solo über den linken Flügel keinen Abnehmer im Zentrum fand (15.), war das Spiel wenig später für den Offensivakteur verletzungsbedingt beendet (20.). Auch für Bauer war vorzeitig Schluss (43.).
Gleiches galt auf Seiten der Zellerauer für Julian Wild (16.) und Darius Held (32.). Letzterer verletzte sich ohne Gegnereinwirkung. Der für Wächter in die Partie gekommene Enzmann reagierte gedankenschnell und gab die Kugel ins Zentrum, wo Ursu freistehend vollstreckte (31.) – der nicht unverdiente Ausgleich, weil der frühere Würzburger in Reihen der Steigerwälder Nils Kuß zuvor nach einem ruhenden Ball unbedrängt nur gegen das Außennetz köpfte (30.).
Enzmann jubelt erst – und kann dann vorzeitig zum Duschen
Bis zur Pause verflachte die Begegnung, aber nach Wiederanpfiff war Jayson Tuda hellwach, als dem Ex-Abtswinder Niclas Staudt ein folgenschwerer Fehler unterlief. Balleroberung und ein Pass in die Mitte, wo der freie Enzmann ohne Probleme versenkte – die Götzelmann-Elf hatte die Partie gedreht (48.). Allerdings verschaffte der Vorsprung dem Spiel der Gäste wenig Sicherheit. Ein Zuspiel auf Enzmann wurde im letzten Moment geblockt (58.), ansonsten war der TSV offensiv abgemeldet.
Dann blitzte erneut Krautschneiders Klasse auf. Der Unterschiedsspieler der Blauen setzte die Kugel vom linken Strafraumeck traumhaft ins lange Eck (68.). Die Abtswinder Ausgangslage verschlechterte sich durch Enzmanns Platzverweis weiter. Der Angreifer stoppte einen Konter ohne Aussicht auf eine Balleroberung – dennoch eine harte Entscheidung (79.).
Den Rückschlägen getrotzt
Mit einem Mann mehr drückten die Hausherren den TSV in die Defensive. Aber auf Schlussmann Felix Reusch war Verlass. Die Nummer Eins parierte mehrmals stark (84., 87.), darunter in der allerletzten Aktion des Spiels mit einer Glanztat auf der Linie (90.+7). Die letzten Zeigerumdrehungen mussten die Abtswinder gar in doppelter Unterzahl bestehen. Felix Schmitt sah die Ampelkarte (90.+5).
Thorsten Götzelmann lobte nach Spielende vor allem den Kampfgeist und die Moral seiner Jungs: „Wir geraten gefühlt in der ersten Minute in Rückstand. Den Nackenschlag musst du erst einmal wegstecken. Die Rote Karte war der nächste Nackenschlag. Die Jungs haben auf der allerletzten Rille das 2:2 verteidigt.“ Mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone geht der Vorjahresvierte als Tabellenzwölfter in das Heimspiel gegen Jahn Regensburg 2 am kommenden Samstag in der Kräuter Mix-Arena.
Lukas Hörlin

Jonas Enzmann trifft, aber Dominik Haller dreht die Partie
TSV Abtswind – DJK Gebenbach 1:2 (1:1)

Die Abtswinder Fußballer haben auch ihr zweites Ligaspiel im Kalenderjahr 2025 verloren. Nach sehr gutem Start und der verdienten 1:0-Führung durch Jonas Enzmann (19.) unterlagen die Grün-Weißen der DJK Gebenbach mit 1:2 (1:1). Schon vor dem Seitenwechsel hatte Dominik Haller ausgeglichen (39.) und der Kapitän der Gäste sorgte mit der einzigen wirklichen Torgelegenheit im zweiten Durchgang auch für den Erfolg der Gäste (73.).
Thorsten Götzelmann hatte sich über die Niederlage in Kornburg geärgert. Mehr gewollt hatten es die Gastgeber und fuhren einen letztlich deutlichen 3:0-Sieg ein. Eine Reaktion erhoffte sich der Übungsleiter im Heimspiel gegen die DJK Gebenbach. Auf zwei Positionen veränderte er seine Startelf im Vergleich zum Auftaktspiel. Der vergangene Woche noch gesperrte Felix Lehrmann kehrte zurück. Auch Winter-Neuzugang Nils Kuß startete. Für das Duo wichen Franz Arens und Mohammed Ali Kapukiran.
Jonas Enzmann belohnt gute Abtswinder Anfangsphase
Von Beginn an zeigten sich die Hausherren engagiert und hatten schon in der Anfangsviertelstunde gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Unter anderem landete Matthias Wächters Hereingabe auf der Latte (14.). Nach 19 Minuten belohnten sich die überlegenen Gastgeber dann aber. Nach einem Eckball Felix Lehrmann zog Nils Kuß aus 16 Metern ab und Jonas Enzmann beförderte das Leder an Lukas Völlger vorbei ins Netz. Die verdiente Führung für die Hausherren.
Dominik Haller bestraft Nachlässigkeiten des TSV
Auch in der Folge hatten die Grün-Weißen die zwingenderen Aktionen. Matthias Wächter prüfte Lukas Völlger (27.). Allerdings arbeiteten sich die Gäste in die Partie, während die Abtswinder, auch aufgrund der Auswechslung Felix Lehrmanns (29.), ihren spielerischen Faden verloren. Das bestrafte Dominik Haller in der Schlussphase der ersten Halbzeit und egalisierte für die Gebenbacher. „Der Ausgleich fällt, nachdem wir der Meinung waren, es lag ein Foul vor, und diskutieren“, ärgerte sich Thorsten Götzelmann über den fehlenden Fokus seiner Hintermannschaft.
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gastgeber bemüht, die Partie wieder auf ihre Seite zu ziehen. Wirkliche Gefahr strahlten sie in ihren Aktionen aber nicht aus. Adrian Dußlers Freistoß aus 19 Metern flog drüber (53.). Ansonsten hatte Gebenbachs Schlussmann Lukas Völlger eine ruhige zweite Halbzeit. Ähnlich erging es auch seinem Gegenüber Felix Reusch. Allerdings musste der mit Beginn der Schlussviertelstunde entscheidend hinter sich greifen. Nach feiner Kombination kam Dominik Haller am Strafraum frei zum Schuss und versenkte platziert im linken Eck (77.). Völlig frei sei der Gebenbacher gewesen, monierte Thorsten Götzelmann.
Thorsten Götzelmann ärgert sich
Trotz frischer offensiver Kräfte fehlte es den Hausherren an Durchschlagskraft, um die DJK-Defensive nochmals ernsthaft in Gefahr zu bringen. Aus Sicht des Trainers wählten seine Kicker zudem die falschen Mittel, um zum Erfolg zu kommen, was der Coach aber auf seine Kappe nahm: „In Kornburg haben wir es mit Kurzpassspiel versucht, wollten Fußball spielen, was auf dem dortigen Naturrasen der falsche Ansatz war. Auf Kunstrasen wäre es nun der richtige gewesen. Allerdings haben wir unter der Woche, auch weil wir dachten, auf Rasen zu spielen, auf Rasen lange Bälle trainiert. Das haben wir heute leider viel zu häufig gemacht.“ Auch deshalb war die Niederlage für den Übungsleiter „schwer zu verdauen“.
Mit der zweiten Pleite nach der Winterpause rutschen die Abtswinder auf den elften Tabellenplatz, haben aber weiterhin sieben Punkte Vorsprung auf die unteren Relegationsplätze. Am kommenden Samstag gastieren die Grün-Weißen beim Unterfranken-Rivalen Würzburger FV. Anpfiff in der Mainaustraße ist um 15:00 Uhr.
Alexander Rausch
Das Spiel in der Statistik
TSV Abtswind: Reusch – Forster (75. Kapukiran), Bauer, Hillenbrand, Groß, Kuß, Wächter, Dußler, Lehrmann (29. Arens), Tuda (79. Cosar), Enzmann (67. Schmitt).
DJK Gebenbach: Völlger – Golla, Vogl, Hofmann, Scherm, Haller (84. Fischer), Boynügrioglu, Kipry (76. Schwindl), Ayvaz, Amidou (46. Kohler), Owusu (87. Avci).
Tore: 1:0 Enzmann (20.), 1:1 Haller (39.), 1:2 Haller (73.).
Gelbe Karten: Forster (56.), Enzmann (63.) / Amidou (15.), Schem (36.), Owusu (41.).
Zuschauer: 150.
Schiedsrichter: Dadder (Speichersdorf).

Deutlich mehr Spielzeit als im Vorjahr auf ungewohnter Position
Erneute Berufung zur moldawischen Nationalmannschaft

Am Freitagabend starteten die Abtswinder Fußballer in Kornburg in die restliche Runde. Überraschend nicht im Kader war Vladislav Ursu. Doch das hatte einen besonderen Grund: Der gebürtige Moldawier wurde zur Nationalmannschaft berufen. Schon als er noch für die Würzburger Kickers am Ball war, kickte er für die Auswahl seines Heimatlandes. Am Samstag möchte er nun in Grün-Weiß wieder angreifen.
Vladislav Ursu ist stolz. Der 20-Jährige ist nicht nur für den TSV Abtswind am Ball, sondern auch für Moldawien. Für den Offensivspieler ist es eine „sehr große Ehre und ein absoluter Traum“ für das Land zu spielen, aus dem er mit zwölf Jahren nach Deutschland kam. Schon damals gab es für den Nachwuchskicker nur ein Ziel: „Ich wollte schon immer Fußballprofi werden.“ Im Kindergartenalter begann er in seiner Heimatstadt Chisinau beim FC Zimbru mit dem Fußball spielen.
Mit zwölf Jahren nach Deutschland gekommen
Im Winter 2014 entschieden seine Eltern dann, nach Deutschland zu emigrieren, erhofften sich hier ein besseres Leben. Für den jungen Vladislav stand es außer Frage, sich frühzeitig um einen neuen Verein zu kümmern. Durch Zufall entstand dann der Kontakt zu den Würzburger Kickers. „Ich hatte versehentlich die Nummer eines Freundes gewählt, der kurz zuvor mit seiner Familie ausgewandert war. Unsere Eltern sind ins Gespräch gekommen und wenig später hatte ich die Zusage für ein Probetraining“, erinnert er sich. Andreas Süßmeier, damals Coach der U12, lud ihn ein und Vladislav überzeugte prompt.
„Wir sind im Dezember 2014 extra nach Deutschland gefahren. Eigentlich sollte ich dreimal mittrainieren, aber zwei Einheiten sind witterungsbedingt ausgefallen. Doch ich konnte meine Chance nutzen“, bekam Vladislav Ursu die Zusage für die Saison 2015/16 in der U12 der Rothosen. Im Juni 2015 wagte die Familie dann den Schritt nach Deutschland, wohnte erst in Kitzingen, ehe sie drei Monate später an den Würzburger Heuchelhof zog.
Vladislav Ursu versteht kaum ein Wort
Eine schwere Zeit für den damals Zwölfjährigen. Schließlich sprach er kaum Englisch und noch weniger Deutsch. Die Sprache war für ihn eine große Barriere. Erst die Versetzung von der Übungsklasse in eine normale Klasse verbesserte seine Kommunikationsfähigkeit deutlich. „Ich habe fast mit niemandem gesprochen. Egor hat mir sehr viel geholfen“, blickt er zurück. Gemeint ist Egor Zelenskiy, der heute wie damals zusammen mit Vladislav Ursu zusammenspielt und einer seiner besten Freunde ist.
Seine sportliche Heimat wird der Würzburger Dallenberg
Am Dallenberg hatte der Moldawier seine sportliche Heimat gefunden. Er spielte in der U14-Förderliga gegen alle Nachwuchsteams der bayerischen Bundesligisten. In der U15 feierte er die bayerische Meisterschaft. Doch der Weg dahin war kein leichter. „Ich habe zu Beginn meine Mitspieler kaum verstanden, auch die Anweisungen nicht. Es gab immer wieder Missverständnisse. Das wurde aber mit der Zeit besser“, erzählt er. Besonders dankbar ist er seinem ersten Trainer, Carsten Breunig, der ihn immer wieder zur Seite nahm, ihm sehr viel erklärte und sehr viel Geduld bewies.
Auch dessen Nachfolger Johannes Väth, Hans-Jürgen Heidenreich und Dominik Lang setzten auf ihn. Vladislav Ursu durchlief bis zum ersten U19-Jahr alle NLZ-Teams der Rothosen. Doch seine Eltern entschieden sich, nach Moldawien zurückzukehren. Eine herbe Enttäuschung für den 17-Jährigen, der daraufhin bei seinem Jugendverein mittrainierte, aber nach einem neuen Verein suchte. Nach etlichen Probetrainings wurde er in Italien fündig. Zum Einsatz kam er aber aufgrund von Passproblemen nicht. Eine schwierige Zeit für den Offensivspieler.
Tor gegen Regensburg als Gamechanger
Nach einem halben Jahr kehrte er dann zurück nach Deutschland und in den Nachwuchs der Würzburger Kickers, nachdem sein Vater die im Sommer getroffene Entscheidung revidiert hatte. Allerdings war das Transferfenster bereits verstrichen und Vladislav Ursu durfte nur mittrainieren. Aber auch unter Dominik Langs Nachfolger Salvatore D’Andrea spielte er kaum und kam nur selten zum Einsatz. Erst die Partie gegen Jahn Regensburg Anfang Oktober wendete das Blatt zum Guten. „Es stand 0:0, als ich in der 73. Minute eingewechselt wurde. Kurz vor Schluss habe ich zum 1:0 getroffen und wir das Spiel gewonnen. Das hat vieles zum Positiven verändert“, erinnert sich der Würzburger noch genau an die Partie.
Fortan gehörte er zum Stammpersonal der Mannschaft, durfte bei den Profis der Rothosen mittrainieren und gehörte mehrmals zum Regionalliga-Kader. Zudem wurde er erstmals offiziell für die U21 seines Heimatlandes nominiert. „Damals war ich eine Woche in Moldawien und wir haben in Baku ein Freundschaftsspiel gegen Aserbaidschan bestritten. Das war unglaublich, das Trikot meines Landes überzustreifen“, blickt er zurück.
Claudiu Bozesan holt Vladislav Ursu nach Abtswind
Alles schien wie am Schnürchen zu laufen. Doch der Fußball war nicht immer mit dessen schulischen Pflichten vereinbar, weil die Trainingseinheiten der Profis meist vormittags stattfanden. Zeitweise fanden Schule und Verein eine Lösung, aber nicht für die ganze Saison. So trainierte er die letzten Saisonwochen nur noch mit der U19 und bekam von den Würzburger Kickers kein Vertragsangebot. „Das hat mich sehr getroffen“, war der Moldawier sehr enttäuscht ob der Entwicklungen am Dallenberg.
Diese öffneten jedoch die Türe für den TSV Abtswind. Schon im Frühjahr hatte Claudiu Bozesan Kontakt aufgenommen, sich zunächst aber eine Absage eingehandelt. „Ich bin froh, dass er mir trotz des späten Zeitpunkts noch eine Chance gegeben hat. Ich habe dann gleich im ersten Training überzeugt. Das hat sehr gut getan. Ich habe Vertrauen gespürt“, so Vladislav Ursu, der dann im Sommer 2023 ins Kräuterdorf wechselte. Dort kam er in seiner ersten Spielzeit aber nur 21 Mal zum Einsatz, 16 Mal in der Bayernliga-Mannschaft, fünfmal in der Reserve.
Hohe Erwartungen mit Verzögerung erfüllt
„Meine Erwartungen waren sehr hoch. Aber Herrenfußball ist anders als Juniorenfußball. Ich musste mich erst an das Niveau gewöhnen“, ist der 20-Jährige ehrlich. Vor allem musste er seinen Spielstil anpassen und vor allem zweikampfbetonter spielen. Auch hatte und hat er auf seiner Position starke Mitspieler. „Die Jungs bringen immer Leistung. Da musste ich mich hinten anstellen. Das war nicht immer leicht. Es ging mir auch nicht immer gut damit, dass ich so wenig gespielt habe“, haderte Vladislav Ursu.
Aber Aufgeben kam für den Würzburger nicht in Frage – und das zahlt sich in dieser Saison aus. Zwar hat sich die Konkurrenzsituation nicht verändert, doch er spielt deutlich mehr als in der vergangenen Spielzeit. Meist in vorderster Front. 13 Mal kam Vladislav Ursu zum Einsatz, im letzten Spiel vor der Winterpause gegen den ASV Neumarkt erstmals über 90 Minuten, und erzielte dabei einen Treffer. „Ich spiele dort, wo der Trainer mich aufstellt. Ich gebe immer mein Bestes und ich weiß, was ich kann. Die Mannschaft kann sich immer auf mich verlassen“, gibt er sich selbstbewusst. Daher sei er auch mit einem guten Gefühl in die Winterpause gegangen.
„Es macht richtig Bock mit den Jungs“
Nach guter Vorbereitung und der Zeit bei der Nationalmannschaft möchte er nun auch in der Bayernliga wieder angreifen. „Im Fußball gibt es immer Höhen und Tiefen. Aber vor allem aus Fehlern lernt man. Wir haben uns in den vergangenen Wochen nochmals weiterentwickelt. Das möchten wir jetzt auch auf dem Platz zeigen. Ich kann es kaum erwarten. Es macht richtig Bock mit den Jungs“, sprüht Vladislav Ursu nur so vor Tatendrang. Denn sein Ziel ist es, möglichst weit oben zu landen, um Zuschauer und Fans stolz zu machen.
Alexander Rausch


Abtswind aktuell – Ausgabe 2 in 2025
Der SSV Jahn Regensburg II (U21) gastiert am Samstag um 14 Uhr in der Kräuter Mix Arena.
Vorschau auf den nächsten Spieltag

In Abtswind aktuell, dem Fußballmagazin des TSV Abtswind, gibt es Berichte, Fotos und Interna aus dem Kräuterort – von den vier Herrenteams bis zu den Junioren. Außerdem findet der Leser Spielanalysen, Stimmen von Trainern, Hintergrundstorys, Randgeschichten sowie zahlreiche Bilder.
So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Webpaper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!
Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.
Wer im Fußballmagazin Abtswind aktuell werben möchte, findet weitere Informationen hier.
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2:2 in Würzburg: Erster Punktgewinn 2025 nach verrücktem Derby
Enzmann und Ursu treffen, zwei Verletzungen in Halbzeit Eins
Würzburger FV – TSV Abtswind 2:2 (1:1)

Wieder geben die Kicker des TSV Abtswind eine Führung aus der Hand. Nach mehreren Nackenschlägen in der ersten Halbzeit des Lokalduells gegen den Würzburger FV zeigen die Mannen von Thorsten Götzelmann aber große Moral und führten zwischenzeitlich nach Treffern von Vladislav Ursu (31.) und Jonas Enzmann (48.) 2:1. Nach Steffen Krautschneiders Ausgleich hielt TSV-Schlussmann Felix Reusch in den Schlussminuten den Punkt fest.
Krautschneider schockt die Gäste
Nach den beiden Niederlagen gegen Kornburg und Gebenbach nahm Thorsten Götzelmann seine junge Mannschaft in Schutz und sparte nicht mit Eigenkritik. Vor dem Derby gegen die ebenfalls nicht mit breiter Brust ausgestatteten Würzburger – der WFV ist seit neun Liga-Partien ohne Sieg – musste das Trainergespann aber die Startelf umkrempeln. Felix Lehrmann fehlte nach seiner Verletzung aus der Vorwoche, dafür rückte Hannes Bauer hinten rechts in die Viererkette. Auf der Sechs startete der in den Kader zurückgekehrte Niklas Henninger. Außerdem begannen Egor Zelenskiy und Vladislav Ursu für Luca Forster und Jonas Enzmann.
Die Partie war noch keine fünf Minuten alt, da mussten die auf drei Positionen veränderten Grün-Weißen einen ersten Nackenschlag verkraften. Steffen Krautschneider setzte einen Freistoß aus rund zwanzig Metern zwar erst in die Mauer, drosch den Nachschuss per Direktabnahme aber sehenswert ins lange Eck – 1:0 aus Sicht der Hausherren (5.).
Vier Wechsel in den ersten 45 Minuten
Beiden Mannschaften war der Stellenwert des Derbys anzumerken. Keiner ging ins Risiko, statt fußballerischen Akzenten standen Kampf und lange Bälle auf der Tagesordnung. So neutralisierte sich das Geschehen weitestgehend. Den ersten Abschluss des TSV setzte Ursu rechts vorbei (10.). Nachdem Matthias Wächter nach einem starken Solo über den linken Flügel keinen Abnehmer im Zentrum fand (15.), war das Spiel wenig später für den Offensivakteur verletzungsbedingt beendet (20.). Auch für Bauer war vorzeitig Schluss (43.).
Gleiches galt auf Seiten der Zellerauer für Julian Wild (16.) und Darius Held (32.). Letzterer verletzte sich ohne Gegnereinwirkung. Der für Wächter in die Partie gekommene Enzmann reagierte gedankenschnell und gab die Kugel ins Zentrum, wo Ursu freistehend vollstreckte (31.) – der nicht unverdiente Ausgleich, weil der frühere Würzburger in Reihen der Steigerwälder Nils Kuß zuvor nach einem ruhenden Ball unbedrängt nur gegen das Außennetz köpfte (30.).
Enzmann jubelt erst – und kann dann vorzeitig zum Duschen
Bis zur Pause verflachte die Begegnung, aber nach Wiederanpfiff war Jayson Tuda hellwach, als dem Ex-Abtswinder Niclas Staudt ein folgenschwerer Fehler unterlief. Balleroberung und ein Pass in die Mitte, wo der freie Enzmann ohne Probleme versenkte – die Götzelmann-Elf hatte die Partie gedreht (48.). Allerdings verschaffte der Vorsprung dem Spiel der Gäste wenig Sicherheit. Ein Zuspiel auf Enzmann wurde im letzten Moment geblockt (58.), ansonsten war der TSV offensiv abgemeldet.
Dann blitzte erneut Krautschneiders Klasse auf. Der Unterschiedsspieler der Blauen setzte die Kugel vom linken Strafraumeck traumhaft ins lange Eck (68.). Die Abtswinder Ausgangslage verschlechterte sich durch Enzmanns Platzverweis weiter. Der Angreifer stoppte einen Konter ohne Aussicht auf eine Balleroberung – dennoch eine harte Entscheidung (79.).
Den Rückschlägen getrotzt
Mit einem Mann mehr drückten die Hausherren den TSV in die Defensive. Aber auf Schlussmann Felix Reusch war Verlass. Die Nummer Eins parierte mehrmals stark (84., 87.), darunter in der allerletzten Aktion des Spiels mit einer Glanztat auf der Linie (90.+7). Die letzten Zeigerumdrehungen mussten die Abtswinder gar in doppelter Unterzahl bestehen. Felix Schmitt sah die Ampelkarte (90.+5).
Thorsten Götzelmann lobte nach Spielende vor allem den Kampfgeist und die Moral seiner Jungs: „Wir geraten gefühlt in der ersten Minute in Rückstand. Den Nackenschlag musst du erst einmal wegstecken. Die Rote Karte war der nächste Nackenschlag. Die Jungs haben auf der allerletzten Rille das 2:2 verteidigt.“ Mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone geht der Vorjahresvierte als Tabellenzwölfter in das Heimspiel gegen Jahn Regensburg 2 am kommenden Samstag in der Kräuter Mix-Arena.
Lukas Hörlin

1:2 gegen Gebenbach: Abtswind gibt Führung und Spiel aus der Hand
Jonas Enzmann trifft, aber Dominik Haller dreht die Partie
TSV Abtswind – DJK Gebenbach 1:2 (1:1)

Die Abtswinder Fußballer haben auch ihr zweites Ligaspiel im Kalenderjahr 2025 verloren. Nach sehr gutem Start und der verdienten 1:0-Führung durch Jonas Enzmann (19.) unterlagen die Grün-Weißen der DJK Gebenbach mit 1:2 (1:1). Schon vor dem Seitenwechsel hatte Dominik Haller ausgeglichen (39.) und der Kapitän der Gäste sorgte mit der einzigen wirklichen Torgelegenheit im zweiten Durchgang auch für den Erfolg der Gäste (73.).
Thorsten Götzelmann hatte sich über die Niederlage in Kornburg geärgert. Mehr gewollt hatten es die Gastgeber und fuhren einen letztlich deutlichen 3:0-Sieg ein. Eine Reaktion erhoffte sich der Übungsleiter im Heimspiel gegen die DJK Gebenbach. Auf zwei Positionen veränderte er seine Startelf im Vergleich zum Auftaktspiel. Der vergangene Woche noch gesperrte Felix Lehrmann kehrte zurück. Auch Winter-Neuzugang Nils Kuß startete. Für das Duo wichen Franz Arens und Mohammed Ali Kapukiran.
Jonas Enzmann belohnt gute Abtswinder Anfangsphase
Von Beginn an zeigten sich die Hausherren engagiert und hatten schon in der Anfangsviertelstunde gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Unter anderem landete Matthias Wächters Hereingabe auf der Latte (14.). Nach 19 Minuten belohnten sich die überlegenen Gastgeber dann aber. Nach einem Eckball Felix Lehrmann zog Nils Kuß aus 16 Metern ab und Jonas Enzmann beförderte das Leder an Lukas Völlger vorbei ins Netz. Die verdiente Führung für die Hausherren.
Dominik Haller bestraft Nachlässigkeiten des TSV
Auch in der Folge hatten die Grün-Weißen die zwingenderen Aktionen. Matthias Wächter prüfte Lukas Völlger (27.). Allerdings arbeiteten sich die Gäste in die Partie, während die Abtswinder, auch aufgrund der Auswechslung Felix Lehrmanns (29.), ihren spielerischen Faden verloren. Das bestrafte Dominik Haller in der Schlussphase der ersten Halbzeit und egalisierte für die Gebenbacher. „Der Ausgleich fällt, nachdem wir der Meinung waren, es lag ein Foul vor, und diskutieren“, ärgerte sich Thorsten Götzelmann über den fehlenden Fokus seiner Hintermannschaft.
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gastgeber bemüht, die Partie wieder auf ihre Seite zu ziehen. Wirkliche Gefahr strahlten sie in ihren Aktionen aber nicht aus. Adrian Dußlers Freistoß aus 19 Metern flog drüber (53.). Ansonsten hatte Gebenbachs Schlussmann Lukas Völlger eine ruhige zweite Halbzeit. Ähnlich erging es auch seinem Gegenüber Felix Reusch. Allerdings musste der mit Beginn der Schlussviertelstunde entscheidend hinter sich greifen. Nach feiner Kombination kam Dominik Haller am Strafraum frei zum Schuss und versenkte platziert im linken Eck (77.). Völlig frei sei der Gebenbacher gewesen, monierte Thorsten Götzelmann.
Thorsten Götzelmann ärgert sich
Trotz frischer offensiver Kräfte fehlte es den Hausherren an Durchschlagskraft, um die DJK-Defensive nochmals ernsthaft in Gefahr zu bringen. Aus Sicht des Trainers wählten seine Kicker zudem die falschen Mittel, um zum Erfolg zu kommen, was der Coach aber auf seine Kappe nahm: „In Kornburg haben wir es mit Kurzpassspiel versucht, wollten Fußball spielen, was auf dem dortigen Naturrasen der falsche Ansatz war. Auf Kunstrasen wäre es nun der richtige gewesen. Allerdings haben wir unter der Woche, auch weil wir dachten, auf Rasen zu spielen, auf Rasen lange Bälle trainiert. Das haben wir heute leider viel zu häufig gemacht.“ Auch deshalb war die Niederlage für den Übungsleiter „schwer zu verdauen“.
Mit der zweiten Pleite nach der Winterpause rutschen die Abtswinder auf den elften Tabellenplatz, haben aber weiterhin sieben Punkte Vorsprung auf die unteren Relegationsplätze. Am kommenden Samstag gastieren die Grün-Weißen beim Unterfranken-Rivalen Würzburger FV. Anpfiff in der Mainaustraße ist um 15:00 Uhr.
Alexander Rausch
Das Spiel in der Statistik
TSV Abtswind: Reusch – Forster (75. Kapukiran), Bauer, Hillenbrand, Groß, Kuß, Wächter, Dußler, Lehrmann (29. Arens), Tuda (79. Cosar), Enzmann (67. Schmitt).
DJK Gebenbach: Völlger – Golla, Vogl, Hofmann, Scherm, Haller (84. Fischer), Boynügrioglu, Kipry (76. Schwindl), Ayvaz, Amidou (46. Kohler), Owusu (87. Avci).
Tore: 1:0 Enzmann (20.), 1:1 Haller (39.), 1:2 Haller (73.).
Gelbe Karten: Forster (56.), Enzmann (63.) / Amidou (15.), Schem (36.), Owusu (41.).
Zuschauer: 150.
Schiedsrichter: Dadder (Speichersdorf).

Vladislav Ursu ist in Abtswind angekommen
Deutlich mehr Spielzeit als im Vorjahr auf ungewohnter Position
Erneute Berufung zur moldawischen Nationalmannschaft

Am Freitagabend starteten die Abtswinder Fußballer in Kornburg in die restliche Runde. Überraschend nicht im Kader war Vladislav Ursu. Doch das hatte einen besonderen Grund: Der gebürtige Moldawier wurde zur Nationalmannschaft berufen. Schon als er noch für die Würzburger Kickers am Ball war, kickte er für die Auswahl seines Heimatlandes. Am Samstag möchte er nun in Grün-Weiß wieder angreifen.
Vladislav Ursu ist stolz. Der 20-Jährige ist nicht nur für den TSV Abtswind am Ball, sondern auch für Moldawien. Für den Offensivspieler ist es eine „sehr große Ehre und ein absoluter Traum“ für das Land zu spielen, aus dem er mit zwölf Jahren nach Deutschland kam. Schon damals gab es für den Nachwuchskicker nur ein Ziel: „Ich wollte schon immer Fußballprofi werden.“ Im Kindergartenalter begann er in seiner Heimatstadt Chisinau beim FC Zimbru mit dem Fußball spielen.
Mit zwölf Jahren nach Deutschland gekommen
Im Winter 2014 entschieden seine Eltern dann, nach Deutschland zu emigrieren, erhofften sich hier ein besseres Leben. Für den jungen Vladislav stand es außer Frage, sich frühzeitig um einen neuen Verein zu kümmern. Durch Zufall entstand dann der Kontakt zu den Würzburger Kickers. „Ich hatte versehentlich die Nummer eines Freundes gewählt, der kurz zuvor mit seiner Familie ausgewandert war. Unsere Eltern sind ins Gespräch gekommen und wenig später hatte ich die Zusage für ein Probetraining“, erinnert er sich. Andreas Süßmeier, damals Coach der U12, lud ihn ein und Vladislav überzeugte prompt.
„Wir sind im Dezember 2014 extra nach Deutschland gefahren. Eigentlich sollte ich dreimal mittrainieren, aber zwei Einheiten sind witterungsbedingt ausgefallen. Doch ich konnte meine Chance nutzen“, bekam Vladislav Ursu die Zusage für die Saison 2015/16 in der U12 der Rothosen. Im Juni 2015 wagte die Familie dann den Schritt nach Deutschland, wohnte erst in Kitzingen, ehe sie drei Monate später an den Würzburger Heuchelhof zog.
Vladislav Ursu versteht kaum ein Wort
Eine schwere Zeit für den damals Zwölfjährigen. Schließlich sprach er kaum Englisch und noch weniger Deutsch. Die Sprache war für ihn eine große Barriere. Erst die Versetzung von der Übungsklasse in eine normale Klasse verbesserte seine Kommunikationsfähigkeit deutlich. „Ich habe fast mit niemandem gesprochen. Egor hat mir sehr viel geholfen“, blickt er zurück. Gemeint ist Egor Zelenskiy, der heute wie damals zusammen mit Vladislav Ursu zusammenspielt und einer seiner besten Freunde ist.
Seine sportliche Heimat wird der Würzburger Dallenberg
Am Dallenberg hatte der Moldawier seine sportliche Heimat gefunden. Er spielte in der U14-Förderliga gegen alle Nachwuchsteams der bayerischen Bundesligisten. In der U15 feierte er die bayerische Meisterschaft. Doch der Weg dahin war kein leichter. „Ich habe zu Beginn meine Mitspieler kaum verstanden, auch die Anweisungen nicht. Es gab immer wieder Missverständnisse. Das wurde aber mit der Zeit besser“, erzählt er. Besonders dankbar ist er seinem ersten Trainer, Carsten Breunig, der ihn immer wieder zur Seite nahm, ihm sehr viel erklärte und sehr viel Geduld bewies.
Auch dessen Nachfolger Johannes Väth, Hans-Jürgen Heidenreich und Dominik Lang setzten auf ihn. Vladislav Ursu durchlief bis zum ersten U19-Jahr alle NLZ-Teams der Rothosen. Doch seine Eltern entschieden sich, nach Moldawien zurückzukehren. Eine herbe Enttäuschung für den 17-Jährigen, der daraufhin bei seinem Jugendverein mittrainierte, aber nach einem neuen Verein suchte. Nach etlichen Probetrainings wurde er in Italien fündig. Zum Einsatz kam er aber aufgrund von Passproblemen nicht. Eine schwierige Zeit für den Offensivspieler.
Tor gegen Regensburg als Gamechanger
Nach einem halben Jahr kehrte er dann zurück nach Deutschland und in den Nachwuchs der Würzburger Kickers, nachdem sein Vater die im Sommer getroffene Entscheidung revidiert hatte. Allerdings war das Transferfenster bereits verstrichen und Vladislav Ursu durfte nur mittrainieren. Aber auch unter Dominik Langs Nachfolger Salvatore D’Andrea spielte er kaum und kam nur selten zum Einsatz. Erst die Partie gegen Jahn Regensburg Anfang Oktober wendete das Blatt zum Guten. „Es stand 0:0, als ich in der 73. Minute eingewechselt wurde. Kurz vor Schluss habe ich zum 1:0 getroffen und wir das Spiel gewonnen. Das hat vieles zum Positiven verändert“, erinnert sich der Würzburger noch genau an die Partie.
Fortan gehörte er zum Stammpersonal der Mannschaft, durfte bei den Profis der Rothosen mittrainieren und gehörte mehrmals zum Regionalliga-Kader. Zudem wurde er erstmals offiziell für die U21 seines Heimatlandes nominiert. „Damals war ich eine Woche in Moldawien und wir haben in Baku ein Freundschaftsspiel gegen Aserbaidschan bestritten. Das war unglaublich, das Trikot meines Landes überzustreifen“, blickt er zurück.
Claudiu Bozesan holt Vladislav Ursu nach Abtswind
Alles schien wie am Schnürchen zu laufen. Doch der Fußball war nicht immer mit dessen schulischen Pflichten vereinbar, weil die Trainingseinheiten der Profis meist vormittags stattfanden. Zeitweise fanden Schule und Verein eine Lösung, aber nicht für die ganze Saison. So trainierte er die letzten Saisonwochen nur noch mit der U19 und bekam von den Würzburger Kickers kein Vertragsangebot. „Das hat mich sehr getroffen“, war der Moldawier sehr enttäuscht ob der Entwicklungen am Dallenberg.
Diese öffneten jedoch die Türe für den TSV Abtswind. Schon im Frühjahr hatte Claudiu Bozesan Kontakt aufgenommen, sich zunächst aber eine Absage eingehandelt. „Ich bin froh, dass er mir trotz des späten Zeitpunkts noch eine Chance gegeben hat. Ich habe dann gleich im ersten Training überzeugt. Das hat sehr gut getan. Ich habe Vertrauen gespürt“, so Vladislav Ursu, der dann im Sommer 2023 ins Kräuterdorf wechselte. Dort kam er in seiner ersten Spielzeit aber nur 21 Mal zum Einsatz, 16 Mal in der Bayernliga-Mannschaft, fünfmal in der Reserve.
Hohe Erwartungen mit Verzögerung erfüllt
„Meine Erwartungen waren sehr hoch. Aber Herrenfußball ist anders als Juniorenfußball. Ich musste mich erst an das Niveau gewöhnen“, ist der 20-Jährige ehrlich. Vor allem musste er seinen Spielstil anpassen und vor allem zweikampfbetonter spielen. Auch hatte und hat er auf seiner Position starke Mitspieler. „Die Jungs bringen immer Leistung. Da musste ich mich hinten anstellen. Das war nicht immer leicht. Es ging mir auch nicht immer gut damit, dass ich so wenig gespielt habe“, haderte Vladislav Ursu.
Aber Aufgeben kam für den Würzburger nicht in Frage – und das zahlt sich in dieser Saison aus. Zwar hat sich die Konkurrenzsituation nicht verändert, doch er spielt deutlich mehr als in der vergangenen Spielzeit. Meist in vorderster Front. 13 Mal kam Vladislav Ursu zum Einsatz, im letzten Spiel vor der Winterpause gegen den ASV Neumarkt erstmals über 90 Minuten, und erzielte dabei einen Treffer. „Ich spiele dort, wo der Trainer mich aufstellt. Ich gebe immer mein Bestes und ich weiß, was ich kann. Die Mannschaft kann sich immer auf mich verlassen“, gibt er sich selbstbewusst. Daher sei er auch mit einem guten Gefühl in die Winterpause gegangen.
„Es macht richtig Bock mit den Jungs“
Nach guter Vorbereitung und der Zeit bei der Nationalmannschaft möchte er nun auch in der Bayernliga wieder angreifen. „Im Fußball gibt es immer Höhen und Tiefen. Aber vor allem aus Fehlern lernt man. Wir haben uns in den vergangenen Wochen nochmals weiterentwickelt. Das möchten wir jetzt auch auf dem Platz zeigen. Ich kann es kaum erwarten. Es macht richtig Bock mit den Jungs“, sprüht Vladislav Ursu nur so vor Tatendrang. Denn sein Ziel ist es, möglichst weit oben zu landen, um Zuschauer und Fans stolz zu machen.
Alexander Rausch